Schätzung zur Ernte in Nordwesteuropa herabgesetzt

Die diesjährige Kartoffelernte in den fünf wichtigsten nordwesteuropäischen Erzeugerländern - das sind Frankreich, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Belgien - dürfte kleiner ausfallen als bislang gedacht. Die Organisation Nordwesteuropäischer Kartoffelanbauer (NEPG) veranschlagt die betreffende Menge nun auf insgesamt 26,9 Mio t. Mitte September waren noch 27 Mio t bis 27,3 Mio t erwartet worden. Damit würde der Fünfjahresdurchschnitt aber noch um 1,8 % übertroffen und das Vorjahresergebnis um 10,2 %. Für Großbritannien wurde hierbei mit Durchschnittserträgen gerechnet, weil die Rodungen dort später beginnen.

Die Organisation begründete die unter dem Strich positive Prognose mit der Ausdehnung der Anbaufläche für Konsumkartoffeln im Vergleich zum langjährigen Mittel um 9 %. In der Folge habe sich das gesamte Kartoffelareal im Vergleich zu 2018 um 2,6 % auf rund 613 950 ha vergrößert. Außerdem wird mit einem durchschnittlichen Hektarertrag von 43,9 t gerechnet, womit die Flächenproduktivität des vergangenen Jahres um 7,4 % übertroffen würde. Der Fünfjahresdurchschnitt würde demnach aber um 6,8 % verfehlt.

Laut NEPG ist diesjährige Ernte später als sonst. Im September seien wegen der Trockenheit alle verfügbaren Bewässerungssysteme genutzt worden. Im Oktober sei es zu nass für die Rodungen gewesen. In Belgien und den Niederlanden hätten am vergangenen Wochenende noch fast 60 % des Areals abgeerntet werden müssen. Trotzdem sei davon auszugehen, dass die Landwirte die Ernte bei normaler Witterung sicher in die Lager bringen dürften.

Dem Verband zufolge ist die Knollenqualität gut, aber zusätzliche Aufmerksamkeit und Überwachung sei während der Lagerzeit erforderlich, da viele Kartoffeln nass eingelagert worden seien. Vereinzelt sei bereits vom Befall der Ware mit Bakterien und Pilze berichtet worden. Deshalb sei eine gute Belüftung und Trocknung vonnöten, so die NEPG. AgE


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