Rukwied fordert wirtschaftliche Perspektive für die Bauern

Die Berücksichtigung der Interessen der Landwirtschaft bei dem von der EU-Kommission vorgeschlagenen "European Green Deal" mahnt der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, an. "Statt neuer Regulierung und Auflagen sind neue Kooperationsmodelle und Märkte für Umweltleistungen erforderlich", erklärte Rukwied anlässlich der heute von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgelegten Pläne.

Nach Einschätzung von Rukwied setzt der "Green Deal" hohe Ziele im Umwelt- und Klimaschutz. Für die Landwirtschaft sei dabei entscheidend, dass auch konkrete Lösungswege aufgezeigt werden. Der DBV-Präsident geht davon aus, der hohe umweltpolitische Anspruch der neuen EU-Kommission nicht im Rahmen der bestehenden EU-Agrarförderung zu erfüllen sein wird.

Rukwied zufolge muss der Green Deal mit dem hohen Wettbewerbsdruck an den Agrarmärkten in Einklang gebracht werden. Daher müssten die geforderten höheren Umwelt- und Sozialstandards der EU auch für Agrarimporte gelten. Notwendig sind zudem einheitlichere Rahmenbedingungen im EU-Binnenmarkt statt nationaler Alleingänge. "Die europäischen Bauern müssen weiter Pflanzenschutzmittel nutzen können, deren Zulassung auf wissenschaftlicher Basis erfolgt", bekräftigte Rukwied. Dadurch werde die notwendige Sicherung der Ernten genauso berücksichtigt wie der Schutz der Umwelt: "Ernährungssicherung braucht Pflanzenschutz."

Derweil erklärte die Geschäftsführerin der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), Stefanie Sabet, dass man mit "großer Spannung" die Umsetzung des Green Deal im Bereich der nachhaltigen Lebensmittelproduktion mit der "Farm to Fork-Strategie" erwarte. Diese soll im kommenden Frühjahr vorgestellt werden. Sabet stellte klar, dass die Ernährungsindustrie die von der EU-Kommission gesteckten Ziele erfüllen wolle. Schon längst habe sich die Branche auf den Weg zu mehr Nachhaltigkeit gemacht; sie sehe sich als "Pionier für Nachhaltigkeit". AgE


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