Landwirte säen mehr Raps und weniger Getreide

Die landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland haben im Herbst dieses Jahres mehr Winterraps ausgesät, während sie das Wintergetreideareal einschränkten. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mitteilte, umfasst die Fläche mit Winterraps für die Ernte 2020 schätzungsweise 952 700 ha; das wären 100 800 ha oder 11,8 % mehr als im Vorjahr. In fast allen Bundesländern sei die Anbaufläche ausgeweitet worden, nachdem sie für die Ernte 2019 als Folge der langanhaltenden Trockenheit zur Aussaat im Herbst 2018 auf den niedrigsten Umfang seit der Jahrtausendwende gesunken sei. Das Niveau früherer Jahre sei nun aber dennoch nicht erreicht worden.

Die Aussaatfläche für Wintergetreide für die Ernte 2020 schätzen die Statistiker auf insgesamt 5,19 Mio ha; das wären 207 300 ha oder 3,8 % weniger als im Vorjahr. Insbesondere die Aussaat von Winterweizen, der bedeutendsten Getreideart in Deutschland, wurde im Vergleich zu 2019 eingeschränkt, und zwar um 215 600 ha oder 7,1 % auf 2,84 Mio ha. Die größten absoluten Rückgänge gab es bei dieser Getreideart in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Die bundesweite Aussaatfläche von Wintergerste wurde derweil um nur 13 000 ha oder 1,0 % auf etwa 1,34 Mio ha verkleinert.

Für das diesjährige Aussaatareal von Roggen und Wintermenggetreide geht Destatis indes von einer Ausweitung gegenüber dem Vorjahr um 35 300 ha oder 5,6 % auf insgesamt 670 800 ha aus. Triticale wurde auf schätzungsweise 344 400 ha ausgesät, was im Vorjahresvergleich einem Rückgang von 13 700 ha oder 3,8 % entsprechen würde.

Den Wiesbadener Statistikern zufolge beruhen die hochgerechneten Aussaatflächen auf Mitteilungen einer begrenzten Zahl von Ernteberichterstattern in den Bundesländern von Ende November 2019. Daher seien diese Ergebnisse als Anbautendenzen zu bewerten, die sich bis zur Ernte 2020 noch durch Auswinterungsschäden sowie Schädlings- und Krankheitsbefall ändern könnten. AgE


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