Zuschüsse für Güllelager stark überzeichnet

Die Förderzuschüsse des Landes Niedersachsen für den Bau neuer Güllelagerstätten sind bei den Landwirten auf großes Interesse gestoßen. Wie das Landvolk Niedersachsen unter Berufung auf eine Statistik der Landwirtschaftskammer Niedersachsen als zuständige Bewilligungsbehörde heute berichtete, haben im vergangenen Jahr 458 Landwirte einen Antrag auf die betreffende Förderung gestellt. Von ihnen hätten 402 bis zum 1. Dezember auch eine Baugenehmigung vorlegen können. Dahinter habe ein Fördervolumen von fast 15 Mio Euro gestanden, womit das bereitgestellte Förderbudget von 10 Mio Euro um ein Drittel übertroffen worden sei.

Die Bewilligungsbehörden hätten daher ein Ranking vorgenommen, beginnend bei einem Tierbesatz von 0 Großvieheinheiten (GVE) je Hektar. Damit würden Ackerbauern, die als Abnehmer von Gülle Lagerraum schaffen wollten, zunächst berücksichtigt. Insgesamt kamen dem Landesbauernverband zufolge 276 Antragsteller zum Zuge; diese wollten insgesamt 570 000 m³ an zusätzlichen Lagerraum für Gülle schaffen. Weitere 2,25 Mio Euro wolle das Land nach Angaben der Bewilligungsbehörden 2020 zur Verfügung stellen, um zumindest einen Teil der noch offenen Anträge abzuarbeiten.

Das Landvolk fordert indes eine weitere Aufstockung der Mittel und zudem auch in Regionen ohne Tierhaltung eine Erleichterung bei den Baugenehmigungen, um die wirtschaftseigenen Düngemittel aus den Überschussregionen mit Tierhaltung pflanzengerecht verwerten zu können. Landwirte sollten ihre wirtschaftseigenen Düngemittel über einen Zeitraum von neun Monaten lagern können, damit sie die eingeengten Ausbringungsfristen einhalten könnten. Regional betrachtet das größte Interesse an der Förderung von Lagerstätten für Wirtschaftsdünger zeigten laut Verband die Landwirte im Landkreis Rotenburg; sie hätten gut jeden zehnten Antrag gestellt. Es folgten die Landwirte in den Landkreisen Diepholz und Ammerland.

Das Landvolk wies auch darauf hin, dass Landwirte jetzt erstmals zur elektronischen Meldung für den Nährstoffvergleich und die Düngebedarfsermittlungen verpflichtet seien. Dazu habe das Land das Elektronische Nährstoffmeldeprogramm Niedersachsen (ENNI) geschaffen. Es solle sowohl die Düngebehörde als auch die Landwirte dabei unterstützen, die gesetzlichen Obergrenzen für die Stickstoff- und Phosphatdüngung einzuhalten. Meldepflichtig seien landesweit gut 30 000 Betriebe. AgE


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