Agrarressort und Wirtschaftsverbände unterzeichnen Grundsatzvereinbarung

Eine Grundsatzvereinbarung zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen haben das Bundeslandwirtschaftsministerium und die Spitzenverbände der beteiligten Wirtschaftsbereiche unterzeichnet. Gemeinsames Ziel ist es, die in Deutschland auf Ebene des Lebensmitteleinzelhandels und der Verbraucher pro Kopf anfallenden Lebensmittelabfälle zu halbieren und die Verluste von Lebensmitteln entlang der Produktions- und Lieferkette einschließlich Nachernteverlusten zu reduzieren.

Die Verbände erklären sich der Vereinbarung zufolge bereit, darauf hinzuwirken, dass konkrete Maßnahmen in die Praxis umgesetzt werden, die in den sektorspezifischen Dialogforen gemeinsam entwickelt werden. Zudem werden sie das Bundeslandwirtschaftsministerium unterstützen, der Berichtspflicht der Bundesregierung gegenüber der Europäischen Union nachzukommen. Die jährliche Berichterstattung soll gewährleisten, die Entwicklung der Lebensmittelabfälle entlang der Lebensmittelversorgungskette zu beschreiben und zu bewerten.

Unterzeichnet wurde das Papier außer von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner von den Spitzen der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), des Bundesverbandes des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH), des Deutschen Bauernverbandes (DBV), des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA), des Deutschen Tiefkühlinstituts (dTI), des Lebensmittelverbandes Deutschland sowie vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH).

Dem Präsidenten des Lebensmittelverbandes, Philipp Hengstenberg, zufolge sind die Bundesministerien gefordert zu prüfen, welche Auswirkungen neue oder bestehende Gesetze auf das Entstehen von zusätzlichen Lebensmittelabfällen beziehungsweise Lebensmittelverlusten haben könnten. Als Beispiel nannte Hengstenberg die Vermeidung von Verpackungsmüll auf der einen sowie Lebensmittelsicherheit und Haltbarkeit auf der anderen Seite. "Wenn wir den Verpackungsanteil reduzieren, könnte der Anteil der weggeworfenen Lebensmittel steigen, weil die Haltbarkeit verkürzt wird", warnte der Verbandspräsident. Von essentieller Bedeutung sei außerdem die Aufklärungsarbeit gegenüber den Verbraucherinnen und Verbrauchern. AgE


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