Aldi einigt sich mit Milchindustrie auf Einkaufspreis

Die Proteste der Bauern und des gesamten Berufsstandes gegen eine Senkung des Aldi-Einkaufspreises für Frischmilch haben anscheinend Wirkung gezeigt. Etwas überraschend haben heute Aldi Nord und Süd gemeinsam erklärt, dass die Verhandlungen für die "weiße Linie" bereits zum Abschluss gekommen seien. Dabei liege der neue Einkaufspreis für frische und haltbare Vollmilch ab Mai für sechs Monate über dem der letzten Verhandlungsrunden. "Wir zahlen somit mehr, als wir gemäß der Marktlage hätten akzeptieren müssen", erklärte Aldi-Nord-Manager Jürgen Schwall.

Mit dem Abschluss werden nach seinen Worten ungeachtet der international negativen Marktentwicklungen auch die hohen Qualitätsstandards der deutschen Milchindustrie anerkannt. "Wir gehen davon aus, dass ein angemessener Teil bei den Landwirten ankommt und nicht in der Wertschöpfungskette der Milchindustrie hängen bleibt", betonte Schwall.

Angesichts der Einigung von Aldi mit der Milchindustrie erklärte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner,dass die deutschen Milchbauern mit hohen Qualitätsstandards produzierten. "Das muss sich auch lohnen, damit die Bauernfamilien davon leben können.", betonte die Berliner Agrarressortchefin. In den Verhandlungen mit dem Handel müsse sich das in fairen und auskömmlichen Einkaufspreisen niederschlagen. "Das sollte bei Preisverhandlungen eine Selbstverständlichkeit sein und nicht erst zu Demonstrationen führen müssen", so Klöckner. Die jetzige Einigung begrüße sie, denn dabei gehe es auch um Wertschätzung.

Der Milchpräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Karsten Schmal, wertete den Abschluss von Aldi als einen "ersten wichtigen Schritt für uns Milchbauern". Die anderen Unternehmen müssten jetzt diesem Beispiel folgen. Diese Richtung müsse auch für alle anderen Milchprodukte gelten, betonte Schmal. Da nur etwa 10 % der deutschen Rohmilch zu Trinkmilch verarbeitet würden, seien auch Käse, Quark, Joghurt, Sahne und andere Milchprodukte entscheidend. Die Molkereien seien nun gefordert, den erzielten Mehrerlös auch an die Bauern weiterzureichen. AgE


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