Globaler Waldverlust hat sich verlangsamt

Trotz der zuletzt wieder deutlichen Zunahme der Regenwaldrodungen in Brasilien hat sich der Verlust von Wäldern weltweit insgesamt in den Jahren 2015 bis 2019 verlangsamt. Nach Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) wurden in diesem Zeitraum im Mittel jährlich rund 10 Mio ha zuvor bewaldete Flächen anderen Verwendungen zugeführt, verglichen mit durchschnittlich 12 Mio ha im Zeitraum 2010 bis 2014. Wie die FAO gestern berichtete, sind aktuell noch insgesamt 4,06 Mrd ha auf der Erde bewaldet; das sind umgerechnet 0,52 ha pro Mensch. Mehr als die Hälfte aller Wälder befinden sich in nur fünf Ländern, nämlich Russland, Brasilien, Kanada, die USA und China.

Laut den FAO-Schätzungen ist die globale Waldfläche netto, also unter Berücksichtigung der Wiederaufforstungen, seit 2010 im Schnitt jährlich rund 4,7 Mio ha kleiner geworden, verglichen mit 5,2 Mio ha in der Dekade davor und noch 7,8 Mio ha in den neunziger Jahren. Seit 1990 sind die Wälder weltweit insgesamt um 178 Mio ha geschrumpft. Während die Forstflächen in Asien, Ozeanien und Europa während der jüngsten Dekade größer wurden, nahmen sie in Afrika stark ab, gefolgt von Südamerika.

Wie die Experten in Rom außerdem feststellen, hat die unter Schutz stehende Fläche an Wald seit 1990 global um 191 Mio ha zugenommen. Heutzutage befinden sich rund 18 % der weltweiten Wälder in geschützten Gebieten, wobei Südamerika hier den höchsten Anteil aufweist. Urwälder finden sich noch auf etwa 1,11 Mrd ha; das sind 81 Mio ha weniger als 1990. Rund 30 % aller Wälder werden primär für die Gewinnung von Holz und anderen Forstprodukten genutzt. Neuanpflanzungen durch den Menschen erfolgen weltweit auf lediglich 7 % der Waldflächen, und fast drei Viertel aller Wälder befinden sich in öffentlichem Eigentum.

Die stellvertretende FAO-Generaldirektorin für Klima und natürliche Ressourcen, Maria HelenaSemedo, mahnte, es müsse gemeinsam mit der Forst- und Landwirtschaft intensiver daran gearbeitet werden, die Abholzung der Wälder schneller zu reduzieren. Erfreulich sei, dass immer mehr Waldgebiete langfristigen Bewirtschaftungsplänen unterlägen, die für die Erreichung des Nachhaltigkeitsziels unerlässlich seien. Laut der FAO sind das derzeit insgesamt 2,05 Mrd ha. AgE


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